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Siegfried Fries / pixelio.deViele können es schon nicht mehr hören, wen interessiert denn noch der Mindestlohn? Auch viele, weil vier Millionen Menschen davon profitieren. Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, dass der Mindestlohn mehr Gerechtigkeit und volkswirtschaftlichen Nutzen schafft.

Das Statistische Bundesamt hat Anfang April in einer Pressemitteilung Zahlen zum Mindestlohn veröffentlicht. Die aus meiner Sicht wichtigste Information darin ist:

4,0 Millionen Jobs, das sind 10,7 % aller Jobs, fielen zum 1. Januar 2015 unter den Schutz des Mindestlohngesetzes. […] Der gesetzliche Mindestlohn soll vor allem dort Beschäftigten Schutz bieten, wo keine Tarifverträge gelten. 82,3 % beziehungsweise 3,3 Millionen der nun geschützten gering bezahlten Jobs bestanden in Betrieben, die nicht tarifgebunden sind.

Der Mindestlohn schafft also vor allem in denjenigen Branchen mehr Gerechtigkeit, in denen Schutzstandards fehlen. Das ist insbesondere in Branchen wie der Gastronomie oder dem Einzelhandel der Fall.

Verringerung von Lohnlücken

Außerdem trage der Mindestlohn dazu bei, dass sich die Ungleichbezahlung von Frauen im Vergleich zu Männern verringerte. Und er sorgte für etwas mehr Gerechtigkeit bei einer weiteren „Lohnlücke“, nämlich der zwischen Ost- und Westdeutschland: In Ostdeutschland erhalten 22 Prozent der ArbeitnehmerInnen jetzt höhere Einkommmen, in Westdeutschland waren es 9 Prozent.

Aber nicht nur das. Der Mindestlohn nutzt nicht nur denjenigen, die ihn bekommen, sondern allen.

Etwas vereinfacht gesagt schätzt das Bundesamt, dass in Deutschland durch den Mindestlohn monatlich 431 Millionen Euro mehr Bruttolohn ausgezahlt wird. Dadurch fließen mehr Einnahmen in die Staats- und Sozialkassen, was uns allen zu Gute kommt. Wir werden das Geld auch dringend brauchen: Für Investitionen in Bildung, Wohnraum und Infrastruktur sowie für Integration.

Bildnachweis: Siegfried Fries / www.pixelio.de

 

 

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