Amnesty Aktion gegen TodesstrafeDie Todesstrafe gehört endlich weltweit abgeschafft. Sie verletzt alle Prinzipien der Menschenrechte. Und ich bin die Argumente pro Todesstrafe leid, weil sie einfach nicht stimmen!

Heute, am 10.10.2014, ist der Internationale Tag gegen die Todesstrafe. Und den braucht es, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass noch viel zu viele Todesurteile vollstreckt werden und viel zu viele Menschen in der Todeszelle sitzen. Nach Angaben von „Amnesty International“ für das Jahr 2013

  • vollstreckten mindestens 22 Staaten die Todesstrafe,
  • wurden mehr als 778 Menschen exekutiert,
  • wurden mindestens 1925 Menschen zum Tode verurteilt und
  • saßen 23.392 Menschen weltweit in Todeszellen.

Und es könnten durch aus noch höhere Zahlen sein. Denn China richtet zwar weltweit die meisten Menschen hin, gibt aber keine Zahlen bekannt.

Die Weigerung, die Todesstrafe abzuschaffen, finde ich unsäglich

Wie die Anzahl der Kapitalverbrechen in den USA im internationalen Vergleich zeigen, schreckt die Todesstrafe nicht ab. Und billiger als lebenslange Haft ist sie auch nicht, obwohl das immer wieder behauptet wird. Die langen Prozesse, die höheren Sicherheitsstandards und die Exekution selbst kosten gemäß der Zeitschrift Die Zeit (10/2014) dreimal so viel Geld wie lebenslange Haft. Und dass nur die Exekution die Bevölkerung vor den Tätern schützt, ist Unsinn.

Die Todesstrafe zu ächten, hat ganz einfache Gründe

Staatliche Exekution widerspricht der Würde des Menschen, wie sie in den Menschenrechtserklärungen festgeschrieben ist. Das erste Menschenrecht ist Recht auf Leben. Und jedes Todesurteil könnte ein Justiz-Irrtum sein. Um das mal anhand eines einzelnen Menschen zu veranschaulichen: Iwao Hakamada saß sage und schreibe 45 Jahre in der Todeszelle in Japan! Vor kurzem hat sich durch einen DNA-Test herausgestellt, dass er Opfer eines Justizirrtums sein könnte.

Vernunft und Humanität glücklicherweise auf dem Vormarsch

Deutlich zeichnet sich ein Trend zur Abschaffung der Todesstrafe ab. 139 Staaten haben die Todesstrafe ausgesetzt. Europarat und Europäische Union werden sich weiterhin dafür einsetzen, die Todesstrafe weltweit zu ächten. Und auch der Deutsche Bundestag verdeutlicht heute, dass er die Todesstrafe entschieden ablehnt. Die Koalition hat einen Antrag eingebracht, zu dem ich heute im Plenum sprechen werde.

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