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Fartuun Adan in meinem Berliner BüroIhr Mann wurde ermordet, sie erbte nichts, denn sie hat keinen Sohn. Dennoch kämpft sie für die Rechte von Frauen in Somalia. Hochverdient hat Fartuun Adan für ihr Engagement den Menschenrechtspreis der Friedrich-Ebert-Stiftung erhalten. Ich war stolz, dass sie mich kurz vor der Preisverleihung besucht hat. 

Was mir Fartuun Adan bei unserem Treffen alles erzählt hat, lässt einen kaum glauben, dass wir im 21. Jahrhundert leben. Würde man eine Rangliste bilden, in welchen Ländern Frauen den meisten Diskriminierungen ausgesetzt sind, befürchte ich, dass Somalia ganz weit oben stehen würde. Kleinen Mädchen werden die Genitalien verstümmelt, Frauen werden aus politischen Gründen vergewaltigt, Witwen sind nicht erbberechtigt. Das alles hat auch Folgen, die oft vergessen werden: Die Genitalverstümmelung kann Krankheiten oder Tod nach sich ziehen, vergewaltigte Frauen werden sozial isoliert, entrechtete Witwen verarmen.

Das alles ist Alltag in Somalia. Nur wenige tun was dagegen.

Einzelne Frauen, so zum Beispiel Fartuun Adan, begehren aber dagegen auf. Sie ist Direktorin des Elman Peace and Human Rights Center. Diese Nichtregierungs-Organisation tritt für die Rechte von Frauen und Kindern ein und bietet Hilfe für vergewaltigte und entrechtete Frauen an. Und man führe sich bitte vor Augen: Das geschieht unter Gefahren für Leib und Leben! Der somalische Staat ist schwach, Menschenrechtsverteidiger sind Repressionen ausgesetzt, während die Täter oft ohne Strafe davonkommen.

Was können wir tun?

Ich bewundere Fartuun Adan und ihre Mitstreiterinnen. Und ich habe genau hingehört, was wir in Deutschland für die somalischen Menschenrechtsverteidigerinnen tun können: Überrascht hat mich, dass Fartuun Adan uns ins Stammbuch schreibt, wir sollen die somalische Regierung stärken. Aber das ist nachvollziehbar, mangelnde staatliche Strukturen begünstigen die Täter. Zweitens soll die deutsch-somalische Entwicklungspartnerschaft wieder anlaufen. Menschenrechte und Stabilität bedingen sich gegenseitig. Ich hoffe sehr, dass ich in meinen Ausschüssen dafür etwas tun kann. Und drittens sollen wir gegen Genitalverstümmelung aufklären aufklären aufklären. Mitstreiter hierfür gibt es schon. Zum Beispiel islamische Religionsvertreter, die glücklicherweise nicht müde werden anzumerken, dass die Beschneidung von Frauen un-islamisch ist.

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