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538864_web_R_K_B_by_JMG_pixelio.deDie vielen Zuschriften zur Gleichberechtigung Homosexueller könnten unterschiedlicher nicht sein! Die einen unterstützen die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare, die anderen lassen die Götterdämmerung für das Abendland heraufziehen. Dabei ist alles so einfach! 

Es ist an der Zeit, die Ehe für Schwule und Lesben zu öffnen. Das unterstütze ich. Wenn zwei Menschen, die sich lieben, füreinander Verantwortung übernehmen, hat das nichts mit dem Geschlecht zu tun. Deswegen ist die Unterscheidung von Ehe und Eingetragener Lebenspartnerschaft überflüssig. Das sehen nicht alle so. Ich bekomme zahlreiche Zuschriften von Gegnern der Gleichstellung. Die folgenden Standpunkte überzeugen mich nicht oder ich verstehe sie nicht.

Homo-Ehen zerstören die Ehe.

Ich verstehe nicht, warum es heterosexuellen Ehen schaden soll, wenn Schwule und Lesben ganz normal heiraten dürfen. In den Zuschriften, die sich gegen die vollständige Gleichberechtigung aussprechen, stehen hierzu keine Argumente. Sinngemäß steht nur da: Wenn Schwule und Lesben heiraten können, schadet das Ehe und Familie. Ich begreife es wirklich nicht!

Homosexuelle dürfen keine Kinder adoptieren, weil sie keine bekommen können.

In den Zuschriften steht immer wieder, dass Homosexuelle keinesfalls Kinder adoptieren dürfen, weil sie auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen können. Das ist zumindest pro forma ein Argument, aber es überzeugt mich nicht, weil wir sofort in Teufels Küche kommen, wenn wir es weiterdenken: Tausende heterosexuelle Paare können aus medizinischen Gründen keine Kinder bekommen. Sie helfen mit medizinischen Mitteln nach oder – eben! – adoptieren ein Kind. Was man ihnen verbieten müsste, wenn man dem Argument folgt „Kind nur auf natürlichem Wege“.

Homosexuelle dürfen keine Kinder adoptieren, weil Kinder Mutter und Vater brauchen.

Auch dieses Argument zeigt sein wahres Gesicht, wenn man es zu Ende denkt. Müsste man Alleinerziehenden dann ihre Kinder entziehen? Für das Kindeswohl das Beste sind Eltern oder Elternteile, die das Kind liebevoll großziehen. Ob das nur Männer oder nur Frauen oder Mann und Frau sind, sagt nichts über die Art der Erziehung aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des Justizministeriums.

SPD-Bashing zieht beim Thema Gleichberechtigung nicht

Eine rot-grüne Regierung unter Kanzler Schröder hat die Eingetragene Lebenspartnerschaft durchgesetzt und eingeführt. Die Union und die FDP waren damals dagegen. Ohne die SPD hätte es weder das Gesetz gegeben noch dessen anschließende Erweiterung. In der Großen Koalition unter Angela Merkel hatte die SPD gegen den Widerstand der Union nicht nur das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ins Leben gerufen, sondern dabei auch durchgesetzt, dass die sexuelle Identität darin als Merkmal enthalten ist.

Die beiden Gesetze waren Meilensteine für die Rechte von Schwulen und Lesben im Land. Sie haben aus meiner Sicht die Gesellschaft verändert und das Signal ausgesandt, dass der Staat gleichgeschlechtliche Paare anerkennt und ihre Benachteiligung wegen der sexuellen Orientierung ablehnt.

Um es nochmal deutlich zu sagen: Keine Partei in Deutschland hat mehr für Schwule und Lesben getan und erreicht als die SPD. Wir werden bei den CSDs auch in diesem Jahr wieder überall im Land Präsenz und an der Seite von Schwulen, Lesben und Transgender Flagge für die Gleichstellung zeigen. Und wir werden uns weiter in der Koalition für ein Umdenken in der Union einsetzen, dass gleichgeschlechtliche Paare eine Ehe eingehen können. Wenn dies nicht gelingt, werden wir für neue Mehrheiten im Bundestag kämpfen, um die Gleichstellung voranzubringen und schließlich zu vollenden.

Bildnachweis: JMG / www.pixelio.de

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