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720057_web_R_by_Rike_pixelio.deInternationale und nationale Organisationen haben Statistiken für 2015 veröffentlicht. Ich stelle hier im Blog einige Zahlen rund um Migration vor. Diese Zahlen müssen die Grundlage für uns sein, Migration zu gestalten und endlich das Mittelmeer keine Todesfalle mehr sein zu lassen. 

Seeweg nach Europa

Die IOM (International Organization for Migration) berichtet in einer Pressemitteilung vom 5. Januar 2016, dass 2015 über das Mittelmeer 1.004.356 MigrantInnen die EU erreicht haben (meist über die Mittelmeer-Route oder die Ägäis). Davon seien in Griechenland über 847.000 Menschen angekommen, in Italien mehr als 153.000. Auf dem Landweg waren es übrigens sehr viel weniger: Die IOM berichtet von 4.256 Flüchtlingen in Bulgarien und circa 30.000 in Griechenland.

Auf der Flucht gestorben

Die IOM berichtet in der oben erwähnten Pressemitteilung auch von insgesamt 5.350 Flüchtlingen, die weltweit 2015 ums Leben kamen. Das Mittelmeer bildet die größte Todesfalle, hier starben 3.771 Menschen auf der Flucht, meist diejenigen, die von Libyen aufs Meer gingen. In Südostasien seien es ungefähr 800 Tote, an der Grenze zwischen Mexiko und den USA 330.

Flüchtlinge in Deutschland

Auf den Seiten des BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) findet sich eine Statistik, die folgendes besagt: 2015 wurden im sogenannten EASY-System 1.091.894 Zugänge von Asylsuchenden registriert. Hierzu sei kurz erklärt: Das EASY-System ist eine Datenbank, in der registriert wird, wer tatsächlich als Flüchtling nach Deutschland gekommen ist. Hier werden alle Menschen gezählt, die bei uns ankommen. Auch diejenigen, deren Asyl-Antrag noch nicht bearbeitet wird.

Es liegen also noch knapp 650.000 unbearbeitete Asylanträge auf Halde, denn für 2015 verzeichnete das BAMF 441.899 Erstanträge auf Asyl. Hauptherkunftländer waren in absteigender Reihenfolge Syrien (158.657), Albanien (53.805), Kosovo (33.427), Afghanistan (31.382) und Irak (29.784). Ich gehe von deutlich weniger Asylbewerberzahlen für 2016 aus. Insbesondere aus den Staaten des Balkans werden sehr viel weniger Menschen zu uns kommen. 

Die meisten Flüchtlinge kamen über die sogenannte Westbalkanroute nach Deutschland. Die im September 2015 vorübergehend eingeführten Binnengrenzkontrollen an der Grenze zu Österreich werden derzeit fortgesetzt.

Die Umverteilung von Flüchtlingen innerhalb Europas funktioniert nicht

Vor allem osteuropäische Staaten (zum Beispiel Ungarn und die Slowakei) sind gegen den Beschluss, Italien und Griechenland zu helfen, indem man Flüchtlinge aus diesen Ländern in Europa verteilt. Aus einer aktuellen Tabelle der EU-Komission geht folgendes hervor: Geplant war die Umsiedlung von 15.600 Personen aus Italien und 50.400 aus Griechenland. Tatsächlich wurden (Stand 7. Januar 2016) 272 Personen (190 aus Italien und 82 aus Griechenland) umgesiedelt. Deutschland hat davon 22 Personen (elf aus Italien und zehn aus Griechenland) aufgenommen. Europa hat also noch viel Arbeit vor sich, hinsichtlich der Flüchtlinge solidarisch zu werden.

Bildnachweis: rike / www.pixelio.de

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