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722644_web_R_K_by_Dominik Pöpping_pixelio.deIch neige nicht zur Panikmache. Aber das, was ich in der letzten Zeit über das andauernde und starke Auftreten des El Niño-Phänomens gehört habe, lässt mich eines sicher wissen: Auf der ganzen Welt muss jetzt gehandelt werden. Sonst verhungern Millionen Menschen. 

Durch komplizierte klimatische Vorgänge im Pazifik kommt es alle paar Jahre zum sogenannten El-Niño-Phänomen. Diese Vorgänge hier genau zu beschreiben, würde zu weit führen, aber sie sind hier ganz gut erklärt (wissenschaftlicher geht es hier zu). Jedenfalls wirken sich diese Temperatur- und Wetter-Anomalien nicht nur auf den pazifischen Raum aus, sondern haben Folgen auch in Afrika. Diese Folgen sind derzeit schrecklich, weil es sich um den stärksten El-Niño seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen handelt.

Folgen des El-Niño aktuell

Im Death Valley blühen Blumen. Wenn nur alles so harmlos wäre! Anderswo auf der Welt sind die El-Niño-Folgen katastrophal: Malawi, Lesotho, Simbabwe und Provinzen in Südafrika haben den Notstand ausgerufen. Die Ernährung von schätzungsweise 14 Millionen Menschen ist bereits jetzt nicht mehr gesichert. Gemäß der Informationen, die wir Mitglieder des Entwicklungsausschusses vom Entwicklungsministerium bekommen haben, gibt es noch schlimmere El-Niño-Folgen im östlichen Afrika:

  • Äthiopien leidet unter einer extremen Dürre, 18 Millionen Menschen hungern, davon sind 10 Millionen akut hilfsbedürftig, Hunderttausende sind auf der Flucht.
  • In Kenia sind ca. 40.000 Haushalte von starken Regenfälle und Überflutungen betroffen, Zehntausende Menschen wurden umgesiedelt.
  • Auch in Somalia gab es Überschwemmungen mit vielen Toten. 144.000 Menschen sind geflohen. Im Nordwesten des Landes hingegen herrscht Dürre. 4,7 Millionen Menschen sind von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen.
  • Im Südsudan kam es zu Überflutungen, die Fluchtbewegungen auslösen. Da dort aufgrund des Bürgerkrieges die medizinische Versorgung praktisch nicht existent ist, sind die Menschen von Krankheiten betroffen.
  • In Tansania führten starke Niederschläge zu Überschwemmungen und Erdrutschen. 30.000 Menschen sind hier von Obdachlosigkeit bedroht. Die WHO warnte vor einer Cholera-Epidemie.

Was wird schon getan und was ist noch zu tun?

In einigen Ländern existieren seit ein paar Jahren Notfallpläne – nicht nur, aber auch für El-Nino-Folgen. Zum Beispiel ist Äthiopien besser auf eine Hungerkrise vorbereitet als noch in den 1980er Jahren. Daneben hat die Welthungerhilfe in Haiti, dem Sudan, Mali, Uganda und Simbabwe solche Notfallpläne entwickelt. Dürren und Überschwemmungen treffen die Länder größtenteils nicht völlig unvorbereitet, aber dennoch muss noch viel getan werden.

Das deutsche Entwicklungsministerium passt seine ohnehin bestehenden Projekte im südlichen Afrika an. Es geht vor allem darum, die Landwirtschaft widerstandsfähiger zu machen gegen Wetterkapriolen, die durch El Niño verursacht sind. Außerdem setzen die Projekte mehr und mehr daran an, das knappe Wasser in Dürregebieten optimal zu nutzen. Hier wurden 10 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt.

Das Ministerium hat zur Bewältigung der akuten Auswirkungen von El Niño im östlichen Afrika bisher rund 70 Millionen Euro bereitgestellt. Ein Teil der Gelder gehen an Organisationen wie UNICEF und World Food Programme. Die deutsche Durchführungsorganisation für Entwicklungszusammenarbeit, GIZ, erhielt 6,3 Millionen Euro und die Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“ trägt mit 5 Millionen Euro zur Ernährungssicherung bei.

Das alles darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es damit nicht genug ist. Andere Länder als Deutschland haben beispielsweise ihren Beitrag ans World Food Programme noch nicht gezahlt. Außerdem muss auch von Deutschland noch mehr Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden. Sonst droht in einigen Monaten eine noch dramatischere Hungernot, die Hilfe in ganz anderem Umfang erfordern würde. Dafür werde ich mich bei den zuständigen Ministerien einsetzen.

Wer helfen möchte, kann das zum Beispiel über Help e.V. tun.

Bildnachweis: Dominik Pöpping / www.pixelio.de

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