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142685_web_R_by_Jens Goetzke_pixelio.de„Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern“. So lautet Ziel 3. Aber wie schon hier und hier geschrieben: Das hört sich super an, aber was müssen wir tun, um das Ziel zu erreichen? 

In den meisten Entwicklungsländern führt der Mangel an medizinischer Versorgung zu einem frühen Tod. Das betrifft viele Bereiche: Eine hohe Kindersterblichkeit, eine hohe Müttersterblichkeit und eine geringe Lebenserwartung. Die Ausbreitung von HIV/Aids lässt in Teilen Afrikas ganze Elterngenerationen wegsterben, die „Aids-Waisen“ hinterlassen.

Die Ist-Situation in Afrika

Laut der Weltbank gibt es die derzeit niedrigste Lebenserwartung in Swasiland, im Süden Afrikas. Durchschnittlich werden die Menschen dort nur 49 Jahre alt (zum Vergleich Deutschland: 81 Jahre). Die niedrige Lebenserwartung hängt auch mit der starken Ausbreitung von HIV/Aids zusammen. So sind 27,7 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren in Swasiland mit dem Virus infiziert. In etlichen anderen Ländern Afrikas sieht es bei der Lebenserwartung nicht viel besser aus. Afrika liegt auch an der traurigen Spitze, wenn es darum geht, wie viele Kinder vor ihrem ersten Geburtstag sterben. Von 1.000 neugeborenen Kindern versterben in Angola 96 in ihrem ersten Lebensjahr und 157 vor ihrem 5. Geburtstag (Deutschland: 3 bzw. 4). Die Müttersterblichkeit ist in Sierra Leona am höchsten. Pro 100.000 Geburten sterben hier 1.360 Mütter (Deutschland: 6).

Die Industriestaaten sind nicht nur moralisch gefordert!

Wirksame Entwicklungspolitik baut sozusagen auf der Gesundheit auf. Die Entwicklungschancen eines Landes werden gemindert, wenn keine ausreichende Versorgung besteht. Denn die bessere Gesundheitsversorgung ist Voraussetzung dafür, dass Kinder von ihren (gesunden) Eltern versorgt werden und sich nicht selbst und/oder die Eltern versorgen müssen. Ist letzteres der Fall, geht das auf Kosten der Schulbildung. Bildung ist aber wiederum eine Voraussetzung für die weitere Entwicklung.

Wie erreichen wir das Ziel?

Wie schon hier und hier berichtet, haben alle Ziele zahlreiche Unterziele. Mit diesen Unterzielen kann der Fortschritt bei der Zielerreichung gemessen werden, auch weil die Ziele konkretisiert werden. Die globale Müttersterblichkeit soll bis zum Jahr 2030 auf 70 pro 100.000 Geburten gesenkt werden. Dazu soll es bis zum Jahr 2030 weltweit für Alle den Zugang zu Leistungen der Familienplanung und der reproduktiven und sexuellen Gesundheit geben (z.B. Zugang zur Gesundheitsversorgung und Kondomen).

Unterziele gibt es auch für die Senkung der Kindersterblichkeit und dafür, die Ausbreitung von HIV/Aids zu stoppen. Es geht dabei sogar noch weiter: So sollen die Zahl der Straßenverkehrsopfer bis zum Jahr 2020 weltweit halbiert und der Nichtraucherschutz ausgebaut werden. Die Industrieländer werden aufgefordert, die Entwicklungsländer stärker beim Aufbau der medizinischen Versorgung zu unterstützen, auch bei der Ausbildung in den Gesundheitsberufen.

Und was heißt das für uns?

Deutschland hat die Mittel für den Gesundheitsbereich im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit kontinuierlich auf derzeit 750 Millionen Euro im Jahr gesteigert. Diesen Weg müssen wir fortsetzen und die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit weiter erhöhen. Da wir auch selbst zum Gelingen der globalen Nachhaltigkeitsziele beitragen müssen, gilt es zudem, bei uns selbst für Verbesserungen zu sorgen, zum Beispiel bei den Straßenverkehrsopfern oder der HIV/Aids-Prävention.

Eine Übersicht aller Nachhaltigkeitsziele findet sich hier (in Englisch).

Bildnachweis: Jens Goetzke / www.pixelio.de

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