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SDGsDiesmal geht es um das fünfte von insgesamt 17 globalen Nachhaltigkeitszielen, mit der die Weltgemeinschaft unsere eine Welt bis zum Jahr 2030 zu einem besseren Ort machen will: Gleichberechtigung von Männern und Frauen. 

Wer die vorherigen Ziele hier im Blog verpasst hat, findet diese hier: Ziel 1, Ziel 2, Ziel 3 und Ziel 4.

Ziel 5 lautet: Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen

Frauen und Mädchen werden in vielen Ländern weiterhin benachteiligt. Das fängt beim Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt an und reicht bis hin zu gesetzlichen Regelungen, die Frauen bei Erbschaften leer ausgehen lassen oder ihnen den Landbesitz verbieten. Komplett fremd sind uns auch in Deutschland solche Regeln nicht. Erst das „Erste Gesetz zur Ehe- und Familienrechtsreform“ erlaubte Ehefrauen ab 1976 in Deutschland die Erwerbstätigkeit unabhängig von Pflichten in Ehe und Familie. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist weltweit ein Problem, genauso wie barbarische Praktiken wie die Genitalverstümmelung. Mangelnde Gesundheitsversorgung führt dazu, dass jährlich 300.000 Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt sterben.

Die zahlreichen Benachteiligungen, vor denen Frauen und Mädchen weltweit stehen, sind nicht nur ein Problem für Frauen. Denn: Länder entwickeln sich schneller und besser, wenn Frauen weitgehend gleichberechtigt sind. Gleichberechtigung ist also ein Entwick¬lungsmotor. Länder mit verbesserten Bildungsmöglichkeiten für Frauen profitieren nicht nur dadurch, dass diese mitarbeiten und einen Beitrag zur Volkswirtschaft leisten. Die UNO hat darauf hingewiesen, dass es in Staaten, in denen Frauen kein Land erwerben oder keine Kredite aufnehmen dürfen, bis zu 85 % mehr unterernährte Kinder gibt.

Und was heißt das für uns?

Die Förderung der Gleichberechtigung ist ein Schwerpunkt der deutschen Entwicklungspolitik und auch eine Querschnittsaufgabe. Ihre Förderung soll in allen Projekten berücksichtigt werden, das ist für die Durchführungsorganisationen verbindlich. Wenn also Bildungs- oder Arbeitsmarktprojekte in Entwicklungsländern im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt werden, ist Gleichberechtigung immer als Thema dabei. Mit dem Entwicklungspolitischen Aktionsplan zur Gleichberechtigung der Geschlechter 2016–2020 wollen wir weitere Schritte unternehmen, das neue Nachhaltigkeitsziel weltweit zu unterstützen.

In Deutschland sind wir schon weit gekommen. Sogar so weit, dass vor allem manche Jüngere die Gleichberechtigung schon für erledigt und für selbstverständlich halten. Das ist leider nicht der Fall, wie unter anderem die Angriffe von Rechten und der AfD auf die Gleichberechtigung zeigen! Zwar hat die SPD bereits viel erreicht in den letzten 10 Jahren, zum Beispiel mit mehr Wahlfreiheit und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch den Ausbau der Kinderbetreuungsmöglichkeiten oder das Gleichbehandlungsgesetz. Aber: In Deutschland gibt es noch immer die Lohnungleichheit. Selbst bei gleicher formaler Qualifikation und ansonsten gleichen Merkmalen beträgt der Entgeltunterschied zwischen Männern und Frauen immer noch 7 Prozent. Wir wollen das mit einem geplanten Gesetz zur Lohngerechtigkeit nach dem Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit“ ändern. Mit der seit diesem Januar geltenden Aufsichtsratsquote haben wir bereits die börsennotierten und weitere Unternehmen in Deutschland bei Neubesetzungen dazu verpflichtet, 30 Prozent der Aufsichtsratsposten mit Frauen zu besetzen.

Mir persönlich liegt ein weiteres Thema besonders am Herzen: Die Beteiligung von Frauen an Friedensprozessen im Sinne der UN-Resolution 1325. Dabei geht es einerseits um den Schutz von Frauen und Mädchen in Kriegsgebieten, aber auch um den Ausbau der Beteiligung von Frauen an Friedensverhandlungen und -prozessen. Letztere ist meiner Meinung nach enorm wichtig, um nachhaltigen Frieden zu schaffen. Im Bundestag arbeite ich daran, das Thema über den Menschenrechtsausschuss voranzubringen.

Eine Übersicht der neuen Nachhaltigkeitsziele findet sich hier (in Englisch).

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