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Gabriela Heinrich, #NoHateNoFearIn diesem zweiten Beitrag zu meiner Beitragsreihe „Gewalt gegen Frauen“ geht es um eine Form der Gewalt, an die man vielleicht nicht sofort denkt: Hassrede gegen Frauen aufgrund ihres Geschlechts. Aber genau diese Hassrede ist eine weit verbreitete Form sexistischer Gewalt. 

Die wenigsten, die sich abwertend gegenüber Frauen oder Mädchen äußern, würden sich selbst als Sexisten einordnen. Das zeigt, dass in der Gesellschaft solche Bilder immer noch weit verbreitet und herabwürdigende Äußerungen salonfähig sind.

What´s that about sexist Hate Speech?!

Wir wissen ja leider alle, dass manche Menschen das Internet als rechtsfreien Raum wahrnehmen, in dem man alles Beleidigende, Diskriminierende und Aggressive von sich geben kann. Dagegen bin ich auch als deutsches Mitglied der No Hate Parliamentary Alliance des Europarats aktiv. Denn natürlich ist das Internet kein rechtsfreier Raum – und man kann sehr wohl auch für das eigene online-Verhalten belangt werden. Sexistisch wird es dann, wenn Frauen oder Mädchen aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden.

Wer ist davon betroffen?

Frauen, die sich öffentlich äußern, sind generell stark von Online-Hass betroffen. Frauen, die sich politisch öffentlich äußern, doppelt und dreifach: Politikerinnen, Journalistinnen, Aktivistinnen werden im Netz massiv angegriffen. Aber auch in Foren oder Kommentarleisten kann es schnell passieren, dass man als Frau nicht nur belehrt wird (Männer seien ja intelligenter als Frauen), sondern auch sexistisch beleidigt wird, sobald man die eigene Meinung kundtut.

„Warum lässt Dich Dein Mann eigentlich ins Internet?“

Frauen werden in Diskussionen meist anders bewertet als Männer. Geht es zum Beispiel um einen Beitrag einer Politikerin oder einer Journalistin, wird schnell nicht mehr über Inhalte debattiert, sondern sich schamlos über das Aussehen und Kleidung der Frau ausgelassen. Gerade in vermeintlichen „Männerdomänen“ haben es Frauen besonders schwer, in ihren Äußerungen überhaupt ernst genommen zu werden, was dann auch meist schnell deutlich wird. Sexistische Hate Speech beginnt mit herabwürdigenden Sprüchen, wobei die Grenze zu explizit sexuellen Beleidigungen schnell überschritten ist. Die Schemata sind ganz einfach: Männer seien mehr wert als Frauen, Frauen werden als Gegenstände dargestellt oder die Unterschiede zwischen Männern und Frauen werden als natürlich und unveränderbar dargestellt. Dem Humbug ist hier keine Phantasie zu schade, wie man in dieser Sammlung sexistischer Hate Speech nachlesen kann (Achtung, schwer verdaulich).

„Bodyshaming“, „Victim Blaming“, „Slutshaming“

Wie oben erwähnt, werden Frauen häufig wegen ihres Aussehens beleidigt. Von „Bodyshaming“ bzw. „Slutshaming“ spricht man, wenn über den Körper einer Frau oder eines Mädchens hergezogen wird bzw. ihren Kleidungs- oder Lebensstil. Ziel ist, dass sie sich schämt und zurückzieht. Was wir alle auch schon öfter gehört haben: Frauen oder Mädchen, denen sexuelle und sexualisierte Gewalt angetan wurde, werden öffentlich dafür selbst verantwortlich gemacht („Victim Blaming“) – sie hätte sich ja dementsprechend verhalten oder angezogen. (Sowieso würden Frauen ja immer „ja“ meinen, wenn sie „nein“ sagen…). Noch hässlicher wird es, wenn sexualisierte Gewalt angedroht oder befürwortet wird oder echte oder manipulierte Nacktaufnahmen veröffentlicht werden.

Wie reagieren?

Auch wenn man selbst nicht Opfer von sexistischer Hassrede ist: Wer so etwas in Online-Diskussionen liest, sollte sich solidarisch mit angegriffenen Personen zeigen. Falls sich diskriminierende Äußerungen gegen einen selbst richten, ist das wichtigste, dass man das nicht persönlich nimmt. Man darf nicht vergessen, dass diese Aussagen nichts mit der eigenen, sondern ausschließlich mit der Persönlichkeit des Haters oder der Haterin zu tun hat. In jedem Fall ist Gegenrede angebracht: Ekelhafte Kommentare und Ausführungen sollten nicht so stehengelassen werden.

Hervorragende Ideen zum Kontern gibt es hier und hier. Dabei gilt natürlich: Hass nicht mit Hass beantworten, die Devise heißt „laut und freundlich“. Und hier findet man außerdem, wie man Hasskommentare auf diversen Plattformen melden und Anzeige erstatten kann.

Bildnachweis der gifs:

 

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