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Gabriela Heinrich vor der Fußball-WMHurra! Heute geht es los! Endlich ist die WM da. Ich hoffe auf faire, aber spannende und kämpferische Spiele. Und ich wünsche mir, dass die WM für die Menschen in Russland etwas bringt. 

Ich freue mich natürlich besonders deswegen darauf, weil die Politik jetzt endlich wieder heimlich Gesetze durchdrücken kann, weil die Leute mit Fußballgucken beschäftigt sind  🙂 Nein, nur Spaß. Die Arbeit muss ja weitergehen, das verstehen auch alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Während der WM habe ich eine Sitzungswoche bei der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Straßburg, und Anfang Juli folgt noch in Berlin die Haushaltswoche des Bundestages. Mir wird es wohl leider wie vielen Arbeitnehmer*innen gehen, dass ich die Nachmittagsspiele verpasse – und leider auch viele am Abend.

Besonders freue ich mich auf das Tippspiel, bei dem ich wieder mitmache. Mein Berliner Mitarbeiter macht beim gleichen Tippspiel mit. Wir sind schon gespannt, wer schlechter abschneidet, während der letzten Turniere haben wir jedenfalls nichts gerissen. Wenn ich mich recht erinnere, war er Letzter.

Meine Favoriten? Frankreich und Deutschland

Les Bleus haben während der WM in Brasilien und der EM im eigenen Land super gespielt. Viele Spieler treten jetzt in Russland wieder an und sind viel erfahrener geworden. Und vor vier Jahren sind die Franzosen ja nur am späteren Weltmeister Deutschland gescheitert, vor zwei Jahren standen sie im Finale. Außerdem ist Frankreich der Top-Favorit der Gruppe C (Dänemark, Peru, Australien). Das könnte also was werden.

Aber auch Deutschland scheint mir ein Favorit zu sein. Allerdings müssten wir bitte damit aufhören, Gündogan und Özil bei jedem Ballkontakt auszupfeifen. Ich bin ja dabei, dass deren Auftritt mit Erdogan daneben war. Die beiden haben sich instrumentalisieren lassen und haben null durchgeblickt, welche Tragweite der Auftritt hatte. Sie sind trotzdem richtig gute deutsche Nationalspieler. Wenn Deutschland ernsthafte Titelambitionen hat, geht das schlecht, wenn der 12. Mann – das Publikum fehlt. Und es nervt.

Die Sicht der Menschenrechtspolitikerin

Russland ist hinsichtlich der Menschenrechtslage ein schwieriges Land, kein Zweifel. Die Meinungs- und Versammlungsfreiheit sind eingeschränkt, Homophobie ist an der Tagesordnung, um nur zwei Beispiele zu nennen. Die WM wird hier nichts verbessern. Immerhin gibt es eine Debatte über die Menschenrechtslage in Russland – vielleicht ausgeprägter als wenn die WM woanders wäre. Ich gebe die Hoffnung auch nicht auf, dass sich die FIFA und der DFB noch mehr zu Wort melden. Der FIFA stünde das jedenfalls gut zu Gesicht. Und das auch deswegen, weil sie selbst von Korruption betroffen ist, wie ein Bericht meiner Kollegin Anne Brasseur beim Europarat beschreibt.

 

 

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