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SDGsIn der Reihe um die 17 Ziele, mit denen die Weltgemeinschaft unsere eine Welt bis zum Jahr 2030 zu einem besseren Ort machen will, geht es diesmal um das Ziel 14: Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.

Wenn wir über unsere eine Welt sprechen, dürfen wir eines nicht vergessen: Das Wasser. Die Meere bedecken 71 Prozent unseres Planeten und sind die Grundlage für die weltweite Ernährungssicherheit. Der Bedeutung der Meere wird der Mensch jedoch nicht gerecht: Wir verschmutzen und vermüllen die Meere und gefährden durch Überfischung den Fortbestand der Fischarten.

Das ist auch ein Gerechtigkeitsproblem: Entwicklungsländer leiden darunter, dass Flotten aus anderen Ländern vor ihrer Küste das Meer illegal leerfischen – aus Europa, aus China, aus unbekannter Herkunft. Kleinfischerei trägt zur Lebensgrundlage von über 500 Mio. Menschen in Entwicklungsländern bei. 90% der weltweiten Fischbestände sind aber bereits bis an die Grenze befischt oder überfischt.

Was ist zu tun?

In den Unterzielen verpflichtet sich die Weltgemeinschaft dazu, die Verschmutzung der Meere – auch speziell durch Plastikabfall – bis zum Jahr 2025 deutlich zu verringern. Mindestens 10 Prozent der Küsten- und Meeresregionen sollen bis zum Jahr 2020 unter Schutz gestellt sein. Die Weltgemeinschaft verpflichtet sich zudem, auf nachhaltige Fischerei zu setzen. Besonders schädliche Formen der Fischerei sollen verboten, illegale Fischerei gestoppt werden. Die Inselstaaten und Entwicklungsländer sollen von nachhaltiger Fischerei finanziell mehr profitieren – auch durch den Handel.

Und was heißt das für uns?

Deutschland hat 45 Prozent der nationalen Meeresfläche als Schutzgebiet ausgewiesen. Zu tun gibt es aber weiterhin genug. So kann der konkrete Schutz zum Beispiel innerhalb der Schutzgebiete erweitert und ausgebaut werden. Auch die EU muss mehr machen und auf der Europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie aufbauen. So sind 90 Prozent der Fischbestände im Mittelmeerraum überfischt. Überfischung macht auch wirtschaftlich gar keinen Sinn: Wenn nicht genügend Fische übrigbleiben, um ausreichend Nachwuchs zu zeugen, dann wird am Ende in jedem Jahr weniger gefangen. Immerhin werden mittlerweile zwei Drittel der Fischbestände im Nordostatlantik nachhaltig bewirtschaftet. Auch bei den sogenannten Fangquoten gibt es Fortschritte.

Was bedeutet das für die Entwicklungszusammenarbeit?

Weltweit sind bisher nur 3,4 Prozent der Meeresgebiete unter Schutz gestellt. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung förderte zuletzt den Meeres- und Küstenschutz in Entwicklungsländern mit 180 Millionen Euro und die nachhaltige Fischerei mit 60 Millionen Euro. Dahinter stecken konkrete Projekte, wie „Nachhaltige Fischerei und Aquakultur“ in Mauretanien, Madagaskar, Malawi und Uganda. Um das neue Nachhaltigkeitsziel umzusetzen hat das Ministerium einen 10-Punkte-Aktionsplan Meeresschutz und nachhaltige Fischerei erarbeitet. 2017 ist zudem der „Blue Action Fund“ gestartet, der auch Nichtregierungsorganisationen beim Meeresschutz unterstützen soll.

Was kann ich selbst tun?

Wie man als Verbraucher selbst einen Beitrag zum Meeresschutz leisten kann, zeigt zum Beispiel der „WWF Einkaufsratgeber: Fische und Meeresfrüchte“. Infos gibt es auch auf der Plattform „Fischbestände Online“, die auf den „Runden Tisch Nachhaltige Fischerei“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) zurückgeht.

Eine Übersicht der neuen Nachhaltigkeitsziele findet sich hier (in Englisch).

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