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Gabriela Heinrich und Marion Enachescu

Mein Berliner Büro hat eine helfende Hand mehr. Marion aus Nürnberg, 25 Jahre alt, ist seit April studentische Hilfskraft bei uns und berichtet von ihren Eindrücken:

„Da ich Gabriela bereits aus Nürnberg kenne und sie unter anderem beim Wahlkampf unterstützt habe, war ich besonders froh darüber, dass sie mir eine Beschäftigung als studentische Hilfskraft in ihrem Berliner Abgeordnetenbüro angeboten hat. Seit April arbeite ich nun für Gabriela und habe in dieser Zeit politische Realität erlebt, wie sie in allen Universitätssemestern nie vermittelt werden könnte.

Die Arbeit im Büro

Die Devise für gute Zusammenarbeit zwischen Abgeordneten und ihrem zuständigen Büro lautet nach der Erfahrung, die ich in der kurzen Zeit hier sammeln konnte: gegenseitiges Vertrauen und offene Kommunikation! Das funktioniert hier einwandfrei, was allen ein gutes Klima verschafft – auch in den stressigen Sitzungswochen – und für einen zielgerichteten Workflow sorgt. Die beiden Mitarbeiter Ingo und Alexander haben mich von Anfang an in alles eingebunden und mir auch eigene Bereiche und wichtige Aufgaben anvertraut, was mich in dieser kurzen Zeit um einen sehr großen Schritt in meinem Leben weiter gebracht und meinen Blick wesentlich erweitert hat.

Ausschussarbeit

Der Arbeitsablauf im Büro ist in Sitzungswochen und sitzungsfreien Wochen doch sehr unterschiedlich. Wenn Sitzungswochen sind und Gabriela hier in Berlin ist, ist unsere gemeinsame Zeit mit ihr eng getaktet, da von morgens bis teilweise abends neben Arbeitsgruppen-, Ausschuss- und Plenumssitzungen verschiedene andere Termine, zum Beispiel mit Experten, stattfinden. Ich finde es bewundernswert, wie Gabriela sich teilweise stündlich mit unterschiedlichen Themen beschäftigen und stets konzentriert bei der Sache sein kann. Glücklicherweise hatte ich die Möglichkeit, sie zu den meisten Terminen begleiten zu können. Dabei bin ich mit vielen interessanten Menschen zusammengetroffen. Gerade im Menschenrechts- und Entwicklungspolitikbereich geht es meistens um Menschen, denen viel Unrecht widerfährt und deren (Über-)Leben im Vergleich zu unserem hier in Deutschland unvorstellbar hart ist. Da Entwicklungspolitik eine sehr langfristige Perspektive hat, habe ich das Gefühl, dass man eine hohe Frustrationsgrenze und einen entschlossenen Blick nach vorne, sowie eine ordentliche Portion Realismus braucht – dessen sich Gabriela und ihre Kollegen bewusst sind und viel Energie in ihre Arbeit stecken. Dennoch erfährt man auch Lichtblicke, die einem Hoffnung geben und das Gefühl vermitteln, mit nachhaltiger Menschenrechts- und Entwicklungspolitik einiges verbessern zu können. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Vertreter von Menschenrechtsorganisationen von kleinen Fortschritten durch ihre Arbeit in Entwicklungsländern berichten; oder – andersherum – wenn Gabriela sich erfolgreich für eine Familienzusammenführung einer Familie aus ihrem Wahlkreis einsetzen konnte. Es sind die kleinen Schritte, die zählen.

Wie gehört werden?

Was mich sehr beeindruckt und auch überrascht hat und was – so glaube ich – viele Bürger vielleicht nicht wissen (zumindest war ich mir darüber nicht in diesem Ausmaß im Klaren), ist, dass Schreiben aus dem Wahlkreis und Betreuungswahlkreis viel bewirken können. Solche Bürgeranfragen landen nicht einfach im Papierkorb, sondern werden sorgfältig gelesen und von uns und Gabriela überdacht, bevor sie beantwortet werden. Die Abgeordneten sind ja nun Vertreter ihrer Wahlkreise und sind auf Feedback und Anregungen, aber auch auf konstruktive Kritik und offene Fragen angewiesen, um darüber Bescheid zu wissen, was die Bürger beschäftigt und für beide Seiten gute Arbeit leisten zu können.

Mein Fazit

Mein Bild von der Arbeit der Abgeordneten hat sich ziemlich verändert. Wie meine Vorgängerin Marina in ihrem Blogbeitrag bereits beschrieben hat, denkt man, wenn man die leeren Reihen im Plenum manchmal im Fernsehen sieht, dass da ja gar nichts getan wird. Das stimmt so gar nicht, das deutsche Parlament ist ein Arbeitsparlament, das hauptsächlich in kleineren Gruppen die Dinge vorantreibt, und ich kann sagen, dass die Abgeordneten sehr hart arbeitende Vertreter und bemüht sind, Realität und Wünsche oder Bedürfnisse der Bürger und Bürgerinnen, Realismus und Offenheit miteinander zu verknüpfen.“

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