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Besuch von Gabriela Heinrich und Carsten Träger in VorraNeulich habe ich gemeinsam mit meinem Kollegen Carsten Träger Vorra im Nürnberger Land besucht. Dort haben im Dezember 2014 drei leerstehende Flüchtlingsunterkünfte gebrannt. Die ehrenamtlichen Unterstützer und die Bevölkerung haben sich zum Glück nicht beirren lassen.  

Bis heute sind die Renovierungsarbeiten nach den Anschlägen noch nicht abgeschlossen – die Gebäude sind also nicht bewohnbar. Die Brandstifter sind fast ein Jahr nach der Tat noch nicht gefasst. Glücklicherweise haben sich die Unterstützerinnen und Unterstützer nicht entmutigen lassen und arbeiten weiter daran, Flüchtlinge in einem anderen Ortsteil der Gemeinde willkommen zu heißen. Und der Spuk ist noch nicht vorbei. Erst vor wenigen Tagen wurden vor der Unterkunft Personen gesichtet, die verbotene Parolen riefen – die Polizei ermittelt bereits. Auch davon lassen sich die Helfer nicht verunsichern. Das beeindruckt mich sehr!

Willkommenskultur in Vorra

Der Zweite Bürgermeister Thomas Prechtel erzählte uns von einer großen Hilfsbereitschaft und Willkommenskultur in Vorra. Er sprach aber auch an, dass über eine gerechte Verteilung der Schutzsuchenden nachgedacht werden müsse. Für kleine Gemeinden sei es manchmal sehr schwierig, diese große Herausforderung alleine zu bewältigen. Auch die abgelegen Lage von Unterkünften gestaltet sich manchmal schwierig, weil die ehrenamtliche Tätigkeit dann vor allem aus Fahrdienstleistungen zu den jeweiligen Behörden besteht, oder um Einkäufe von Lebensmitteln zu tätigen. Die Helfer möchten sich aber lieber um andere Dinge kümmern, wie Sprachkurse, sportliche Aktivitäten mit den Kindern oder einfach gemeinsame Gespräche und Zuhören.

Integration durch diese Willkommenskultur

Wir haben im Anschluss an unser Gespräch mit den Kommunalpolitikern noch eine Flüchtlingsunterkunft im Nachbarort besucht – die dort lebenden Kinder gehen bereits vor Ort in den Kindergarten und in die Schule. Ein junger Syrer sagte zu uns, dass er seinen Unterstützern unbedingt etwas zurückgeben möchte – er sei angetan von der Hilfsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger. Übrigens: Er spricht hervorragend deutsch, obwohl er erst seit einem Jahr in Deutschland ist. Ganze elf Monate musste er auf seine Anerkennung warten – zum Glück gehen diese Anerkennungsverfahren mittlerweile viel schneller.

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