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SDGsDas siebte globale Entwicklungsziel, um das es heute gehen soll, lautet: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern. Was ist zu tun? 

Bis heute haben weltweit etwa 1,3 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Strom. Drei Milliarden Menschen kochen mit unsauber verbrennenden und gesundheitsschädlichen Energieträgern. Der Zugang zu Energie, insbesondere zu Strom, ist jedoch für Fortschritte in den Bereichen Gesundheit, Bildung, in der Wasserversorgung und für wirtschaftliches Wachstum unbedingt nötig.

Ohne Energie fehlen ganzen Gesellschaften Entwicklungschancen. Auf der anderen Seite sind gerade die ärmsten Menschen auf der Welt oft den Gefahren des durch die Industrieländer verursachten Klimawandels ausgesetzt – zum Beispiel Ernterückgängen, steigendem Meeresspiegel, Extremwetter oder Wassermangel. Weltweit hat die regenerative und somit klimaschonende Energie lediglich einen Anteil von 19% . Die Menschheit braucht also mehr Energie, aber aus erneuerbaren Quellen.

Aber wie erreichen wir das Ziel?

Wie die bisherigen Ziele hat auch dieses Nachhaltigkeitsziel verschiedene Unterziele. Um bis 2030 den Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher und moderner Energieversorgung für alle Menschen zu erreichen, soll zum einen der Anteil der erneuerbaren Energie am globalen Energiemix merklich steigen.

Außerdem stehen Verbesserungen der Energieeffizienz und der weltweiten Kooperation in Forschung und Infrastruktur auf der Agenda. So liegt ein großes Potenzial für bisher unerschlossene Gebiete im Aufbau von sogenannten Inselnetzen. Diese sind unabhängig von der nationalen Energieversorgung auf kommunaler Ebene aufgebaut. Inselnetze zu errichten und erneuerbare Energie dezentral einzusetzen, schafft heute schon Arbeit für viele Menschen und trägt zur lokalen Wertschöpfung bei. Gemeinden, die auf diese Technik setzen, können sich unabhängig machen von teuren Rohstoffen, Konzernen, und externer Hilfe. Das wäre ein Wandel „von unten“.

Und was heißt das für uns?

In Deutschland gibt es keinen Energiemangel. Die Transformation hin zu erneuerbarer Erzeugung muss aber für alle bezahlbar sein. Der Anteil regenerativer Energieträger am Gesamtenergieverbrauch liegt hierzulande inzwischen bei einem Drittel. Das bei uns gewonnene Know-how kommt derzeit in rund 50 Partnerländern weltweit zum Einsatz. Dabei sollte immer bedacht werden, dass nicht jede Lösung sofort auf andere Länder übertragen werden kann.

Von Partnerschaft und Kooperation in Forschung und dem Aufbau von Netzinfrastruktur können wir alle profitieren. Der Energiesektor ist deshalb einer der größten Förderbereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Auch durchlaufen die Programme anderer Bereiche der wirtschaftlichen Zusammenarbeit systematische Umwelt- und Klimaprüfungen, um die Entwicklungszusammenarbeit insgesamt für unseren Planeten verträglich auszugestalten. Kernenergie, die wegen ihrer Risiken nicht zukunftsfähig ist, wird durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit nicht gefördert.

Obwohl es im Bereich der nachhaltigen Energieversorgung erfreuliche Zuwächse gibt, müssen Deutschland und die EU ihr Engagement in Energiepartnerschaften, wie es sie zum Beispiel mit Indien, Tunesien oder Brasilien schon gibt, und in der African Renewable Energy Initiative verstärken. Auch sollten sich die vorhandenen Programme mehr an den demografischen Erfordernissen der Zukunft orientieren. So müssen zum Beispiel schnell wachsende Städte besser dabei unterstützt werden, ihren Energiehunger CO2-neutral zu stillen.

Um das Ziel bis 2030 zu erreichen, muss außerdem der Energiesektor noch besser mit anderen Bereichen wie Wasser, Landwirtschaft, Ernährung, Gesundheit, Bildung und Arbeit verknüpft werden.

Weitere Informationen

  • Wer die vorherigen Ziele hier im Blog verpasst hat, findet diese hier: Ziel 1, Ziel 2, Ziel 3, Ziel 4 und Ziel 5 und Ziel 6.
  • Eine Übersicht der neuen Nachhaltigkeitsziele findet sich hier (in Englisch).
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