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SDGsDiesmal geht es um das neunte der Nachhaltigkeitsziele, mit denen die Weltgemeinschaft unsere eine Welt bis zum Jahr 2030 zu einem besseren Ort machen will: Infrastruktur und nachhaltige Industrialisierung. 

Ziel 9 lautet vollständig: Eine belastbare Infrastruktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen.

Worum geht es bei diesem Ziel?

Letztlich geht es bei Ziel 9 darum, Wertschöpfungsketten zu ermöglichen. Ohne Infrastruktur kann sich keine Industrie entwickeln. Ein Beispiel: In Nigeria werden ca. 40 Prozent der im Land produzierten Lebensmittel zerstört, weil die Wege zu den Verarbeitungsstätten zu lang sind. Es gibt keine brauchbaren Straßen, schon gar nicht in der Regenzeit. Oft fehlt im ländlichen Raum der Strom, um ein Kühlhaus zu betreiben oder Lebensmittel weiter zu verarbeiten. So etwas muss sich ändern.

Aber wie erreichen wir das Ziel?

In den Unterzielen zum Ziel verpflichtet sich die Weltgemeinschaft unter anderem darauf, kleinen Unternehmen in Entwicklungsländern einen besseren Zugang zu Krediten zu ermöglichen, Innovation zu fördern und die Entwicklungsländer beim Aufbau von Infrastruktur stärker zu unterstützen. Die Infrastruktur und die Industrie sollen aber nachhaltig sein. Deswegen soll der Schwerpunkt auf sauberer und umweltfreundlicher Technologie liegen. Bis 2030 soll sich der Anteil der Industrie an der Wirtschaftsleistung in den am wenigsten entwickelten Ländern verdoppeln. Bis 2020 soll es auch in den am wenigsten entwickelten Ländern Internetzugang für die Bevölkerung geben.

Und was heißt das für uns?

Die Nachhaltigkeitsziele gelten nicht nur für Entwicklungsländer, sondern auch für die Industrieländer. Das Ziel 9 ist durchaus auch ein Handlungsauftrag für Deutschland: Ganz oben auf der Agenda steht der Breitbandausbau. Aber es geht auch darum, Umwelttechnologie und Innovationen zugunsten einer nachhaltigen Industrie zu entwickeln. Das geschieht zum Beispiel mit der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Beim Transport muss es darum gehen, die Schiene gegenüber der Straße zu stärken.

Auch in der Entwicklungszusammenarbeit besteht Handlungsbedarf. Infrastruktur in Entwicklungsländern fördern wir vor allem mit der KfW-Entwicklungsbank. Für diese sogenannte finanzielle Zusammenarbeit stellen wir in diesem Jahr über 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung, mit denen vor allem der Bau von Infrastruktur in Entwicklungsländern unterstützt wird: Krankenhäuser, Energie, Schulen, Straßen und vieles mehr. Wer wissen will, was die KfW damit so macht, kann sich das hier anschauen.

Ein ebenfalls sehr spannendes Projekt ist die „Initiative für transformative urbane Mobilität“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Dies betrifft eigentlich eher den Bereich Stadtentwicklung, aber auch hier geht es um Infrastruktur. Ausgewählte Städte in Entwicklungsländern sollen bei der Initiative dabei unterstützt werden, Buslinien, S- und U-Bahnnetze, Fuß- und Radwege aufzubauen. Darüber hinaus werden über 1.000 Fach- und Führungskräfte aus Ministerien, Stadtverwaltungen und Universitäten in Entwicklungs- und Schwellenländern im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe aus- und weitergebildet.

Eine Übersicht der neuen Nachhaltigkeitsziele findet sich hier (in Englisch).

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