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643144_original_R_K_by_lichtkunst.73_pixelio.deIch beginne eine Serie im Blog. Es wird um Flucht und Asyl gehen. In der derzeitigen „Flüchtlings-Debatte“ wird viel durcheinandergebracht – auch von Politikern – und weniger rational diskutiert als es für Lösungen gut wäre. Den Auftakt machen Fluchtursachen. 

Deutsche Politiker möchten derzeit gerne eines tun: Fluchtursachen bekämpfen. Aber welche Ursachen sind das, die die Flucht von derzeit 60 Millionen Menschen auf der Welt bedingen? Ja, Sie haben richtig gelesen. 60 Millionen, im Vergleich die Einwohnerzahl Frankreichs, sind weltweit auf der Flucht.

In meiner politischen Arbeit erfahre ich immer wieder, dass die Fluchtursachen vielfältig sind. In diesem Blogbeitrag möchte ich zunächst einmal nichts anderes tun, als die wichtigsten Fluchtursachen zu benennen. Denn es gibt weitaus mehr als den Bürgerkrieg in Syrien. Demnächst schreibe ich dann über mögliche Gegenstrategien. Wichtig ist noch: Fluchtursachen können sich auch gegenseitig bedingen oder voneinander abhängen. Ein Beispiel hierfür wäre die Umweltzerstörung nach einem bewaffneten Konflikt.

Kriege, Konflikte, gescheiterte Staaten …

… sind in diesem Moment die Gründe, die die meisten Menschen zur Flucht bewegen. Das zeigt uns schon ein Blick auf die Flüchtlingsströme. Die meisten Flüchtlinge befinden sich in der Türkei, dicht gefolgt von Pakistan und dem Libanon. Sie kommen aus Syrien bzw. Afghanistan. Aber auch 1,1 Millionen Somalier sind auf der Flucht – aus einem zerfallenen Staat, der von islamistischen Terroristen heimgesucht wird. (Quelle: UNHCR Global Report).

Hunger, extreme Armut und Epidemien…

… sind die zweithäufigste Gruppe von Fluchtursachen. Das bemerken wir in Deutschland nur nicht so, denn wer in Afrika oder Asien hungert oder krank ist, schafft es nicht an die bayerisch-österreichische Grenze. Viele dieser Menschen fliehen vom Land in die Stadt, wo sie zu Hunderttausenden in Wellblechhütten hausen. Dort sind die Menschen wiederum extremen Risiken ausgesetzt. Denn neben Kriminalität und womöglich Polizeigewalt sind es meist zuerst die Slums, die von Naturkatastrophen betroffen sind.

Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit …

… bedingen nicht automatisch, dass jemand verhungert. Aber wer keine Chance mehr hat oder sieht, wer seine Kinder aus der Armut herausführen möchte, wird sich ebenfalls aufmachen. Dorthin, wo er oder sie sich Chancen verspricht.

Diskriminierung und Verfolgung …

… sind in vielen Regionen der Welt ein gravierender Grund, die Heimat zu verlassen. Betroffen sind beispielsweise politisch Engagierte, Schwule und Lesben oder ethnische Minderheiten. Vor nicht einmal einem halben Jahr sahen wir Fernsehbilder von den Rohingya, die massenhaft aus Myanmar flohen. Die Rohingya fliehen noch immer, nur interessiert das hierzulande niemanden mehr, wenn es Bilder aus Wegscheid gibt.

Naturkatastrophen durch Umweltzerstörung und Folgen des Klimawandels …

… sind die Fluchtursachen der Zukunft. Wenn sich Wüsten ausbreiten oder der Meeresspiegel steigt, wird das die Flucht von Millionen Menschen nach sich ziehen.

Fazit und Ausblick

Fluchtursachen sind vielfältig und sehr unterschiedlich. Ein und dieselbe Fluchtursache, zum Beispiel Bürgerkrieg, unterscheidet sich auch noch von Land zu Land. Im nächsten Beitrag der Serie werde ich die Haupt-Herkunftsländer der Flüchtlinge vorstellen. Und danach die Haupt-Aufnahmeländer und das, was wir gegen Flucht und Vertreibung tun können.

Bildnachweis: lichtkunst.73 / www.pixelio.de

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