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SDGsZiel 6 lautet: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten. Mit dem Menschenrecht auf Wasser ist es in vielen Ländern der Erde nicht weit her. Was ist also zu tun?

Wer die vorherigen Ziele hier im Blog verpasst hat, findet diese hier: Ziel 1, Ziel 2, Ziel 3, Ziel 4 und Ziel 5.

Menschenrecht auf Wasser vielerorts nur auf dem Papier

In Industrieländern wie Deutschland ist die Trinkwasser- und Sanitärversorgung selbstverständlich. Eigentlich müsste das weltweit so sein. Denn Wasser und die sanitäre Grundversorgung sind ein Menschenrecht. Seit 2010 sogar „offiziell“, denn damals beschlossen die Vereinten Nationen eine entsprechende Resolution.

In vielen Ländern gibt es dieses Recht jedoch weiterhin nur auf dem Papier. 663 Millionen Menschen weltweit haben nur Zugang zu verunreinigtem und gesundheitlich bedenklichem Trinkwasser. In Ländern wie Sambia, Togo und Tansania hat über ein Drittel der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. 2,4 Milliarden Menschen können keine angemessene Sanitärversorgung nutzen. In Ländern wie Kenia, Mali und Mosambik betrifft das rund 70 Prozent der Bevölkerung. Diese Mängel haben ganz massive Folgen. Dabei geht es nicht nur um Wasser, um nicht zu verdursten. 1.700 Kinder unter fünf Jahren sterben weltweit täglich an (vermeidbaren) Durchfallerkrankungen.

Entwicklungshemmnis Trinkwassermangel

Menschen in vielen Regionen müssen weite Wege zurücklegen, um Wasser zu besorgen – vor allem Frauen und Kinder. Diese Zeit fehlt für Bildung, Ausbildung und Erwerbstätigkeit. Wasser ist zudem die Grundlage für Landwirtschaft und damit ein Schlüssel zur Ernährung und gegen Hunger. Sanitärversorgung dient der Prävention, um Erkrankungen und Epidemien zu vermeiden.

Zwar hat es gerade in Bezug auf das Trinkwasser in den letzten Jahren Fortschritte gegeben. Doch die Weltbevölkerung wird von 7 Milliarden Menschen auf 9,7 Milliarden im Jahr 2050 wachsen – und mit ihr auch der Wasserbedarf. Einen besonderen Bedarf gibt es auch vor dem Hintergrund der rasanten Urbanisierung. In den schnell und meist ungeplant wachsenden Städten in den Entwicklungsländern entstehen Slums, in denen keine Versorgung sichergestellt ist. Auch der Klimawandel ist ein Einflussfaktor. Die schmelzenden Gletscher sind zum Beispiel in Bolivien eine Trinkwasserquelle, die zu versiegen droht.

Aber wie erreichen wir das Ziel?

Jedes Nachhaltigkeitsziel hat mehrere Unterziele, in denen das Ziel konkretisiert wird. In den Unterzielen zum „Wasserziel“ verpflichtet sich die Weltgemeinschaft darauf, bis zum Jahr 2030 für alle Menschen den Zugang zu sauberem und bezahlbarem Trinkwasser sowie angemessener Sanitärversorgung sicherzustellen.

Um das zu erreichen, muss die Weltgemeinschaft sorgsamer mit Wasser umgehen und vor allem die Wasserverschmutzung durch den Menschen absenken und Wasser stärker wieder aufbereiten. Wasserentnahme soll nachhaltiger werden, um nicht durch Übernutzung Wasserquellen zu zerstören. Bis 2020 sollen Ökosysteme mit Wasserbezug besonders geschützt und wiederhergestellt werden (z.B. Flüsse, Seen und Sümpfe). Weltweit soll bis 2030 zudem in jedem Land ein Wassermanagement eingerichtet werden.

Und was heißt das für uns?

In Deutschland selbst haben wir keinen Trinkwassermangel im Rahmen der Versorgung und auch keinen Mangel an Toiletten. Wir sind aber sehr wohl gefragt, wenn es darum geht, sorgsamer mit Wasser umzugehen und unsere Flüsse, Seen, Wälder und Sümpfe stärker zu schützen und wiederherzustellen. Außerdem trägt Deutschland als Industrieland zu vielen Dingen bei. Sei es der Rohstoffbedarf, der Entwaldung auch in anderen Ländern zur Folge haben kann. Oder die Wasserverschmutzung nicht nur in Deutschland, sondern auch durch deutsche Unternehmen im Ausland. Maßnahmen wie der aktuell geplante „Nationale Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte“ zur menschenrechtlichen Verantwortung von deutschen Unternehmen im Ausland gehen in die richtige Richtung.

Es geht aber auch um unseren Konsum. Deutschlands sogenannter Wasserfußabdruck beträgt rund 117 Milliarden Kubikmeter Wasser pro Jahr. Nur ein kleiner Teil davon (fünf Milliarden Kubikmeter) entfällt auf die öffentliche Wasserversorgung. Ein Großteil geht auf das Konto von Nahrungsmitteln und Konsumgütern. Mit unserem Konsum tragen wir damit zur Wasserknappheit in Südamerika oder Afrika bei. Eine Möglichkeit könnte darin liegen, den Wasserverbrauch bei Produkten transparent zu machen, damit Verbraucher den jeweiligen Wasserverbrauch eines Produktes überhaupt erfahren.

Natürlich können und müssen wir auch in der Entwicklungszusammenarbeit einen Beitrag leisten, dass das sechste SDG Wirklichkeit wird. In der Zusammenarbeit mit Afrika ist Deutschland bereits einer der größten Geber im Wassersektor. Dabei verzichtet die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ausdrücklich auf solche Maßnahmen, bei denen nicht erneuerbares Grundwasser verbraucht wird. Wir müssen weiter und noch mehr investieren, damit wir das Ziel bis 2030 erreichen können.

Eine Übersicht der neuen Nachhaltigkeitsziele findet sich hier (in Englisch).

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