Schlagwörter

Tante Lieselotte - "die alte Tante SPD"Auf Facebook gibt es Tante Lieselotte. Sie sieht aus wie eine weibliche Version der Opas aus der Muppet-Show und haut ganz schön Sprüche raus. Natürlich steht sie für die „alte Tante SPD“. Die Puppe kann man gut finden oder auch nicht – aber das, was sie verkörpert, finde ich tatsächlich ganz wunderbar. Warum? 

Der Dortmunder Parteitag ist gelaufen, wir haben ein super Programm voll mit machbaren, sinnvollen Konzepten. Das unterscheidet uns schon einmal von der anderen Volkspartei. Aus der Union höre ich immer nur „weiter so“, „uns geht es doch gut“, Angela Merkel stellt sich hin und sagt „Sie kennen mich ja“. Das ist mir und das ist der SPD zu wenig.

Ich liebe diese Partei, weil sie mir manchmal furchtbar auf die Nerven geht.

In der SPD diskutieren wir aktuelle Fragen. Wir diskutieren lange und wir diskutieren erbittert. Das nervt manchmal. Aber dadurch füllen wir eben auch die Schlagworte mit Inhalten und mit Leben. Ein Beispiel: In der Politik herrscht immer große Einigkeit, dass die Arbeitswelt sich digitalisieren muss. Aber damit ist es nicht getan! Denn vernünftig politisch handeln lässt sich nur, wenn geklärt ist, was denn Digitalisierung der Arbeitswelt genau bedeutet, wie sie zu steuern ist und welche Folgen sie hat. Über so etwas streiten wir uns in der SPD gerne und ausgiebig. Manche legen uns das als Schwäche aus, aber ich sage: Nur so, durch eine Debatte, kommt am Ende etwas Vernünftiges raus.

Ich liebe diese Partei, weil sie anpackt und nicht ideologisch stillsteht.

Wer (bundespolitisch) in der Dauer-Opposition mit kompromisslosen Maximalforderungen verharrt, bekommt vielleicht Applaus. – Das Land gestalten dann aber andere. Nichts, was die Linke im Bund gefordert hat, wurde umgesetzt. Da ist die SPD aus anderem Holz geschnitzt. Die SPD will nicht nur über Politik reden, sondern sie auch umsetzen: Nein, wir haben jetzt in der GroKo nicht alles bekommen – wir hatten auch nur 25,7%. Aber wir haben uns unserer Verantwortung gestellt und vieles bekommen. Mindestlohn, Pflegereformen und Rentenreformen zum Beispiel. Wir haben Werte, die sich nie ändern – Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Aber auf Grundlage dieser Werte sind wir bereit Kompromisse einzugehen. Kompromisse sind eine Grundlage der Demokratie und ein Grund für die Stärke und Stabilität unseres Landes.

Ich liebe diese Partei, weil ich die Sozen liebe 🙂

Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sind seit über 150 Jahren idealistische Umstandskrämer_innen mit einem Hang zur Selbstkritik. Aber darüber hinaus sind die SPDler engagiert, solidarisch, kämpferisch und können wahnsinnig viel bewegen und erreichen – wenn Umständlichkeit und Selbstkritik gerade einmal Pause haben. Und diese Pause rufe ich hiermit aus – mindestens bis zur Bundestagswahl am 24. September.

Advertisements