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Barbara Hendricks in NürnbergVor kurzem kam Umweltministerin Barbara Hendricks zu uns nach Nürnberg. Zusammen mit Martin Burkert hatte ich sie zu einem Austausch mit dem Nürnberger Bündnis für Biodiversität eingeladen. Worum geht es?

Beim Thema Biodiversität – oder biologische Vielfalt – denkt man vielleicht zunächst an den Regenwald im Amazonasgebiet, der Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt ist. Doch auch Deutschland hat Tiere und Pflanzen, die es zu schützen gilt. Dazu haben wir uns zuletzt mit den Nachhaltigkeitszielen der Weltgemeinschaft verpflichtet. Der Schutz der biologischen Vielfalt ist in Deutschland also nicht nur ein Thema für die Nationalparks, sondern auch für die Städte.

Biologische Vielfalt in Nürnberg

Bei uns in Nürnberg fällt die biologische Vielfalt vielleicht nicht so stark ins Auge wie beim Tauchgang im Great Barrier Reef – noch 🙂 . Aber es gibt sie. In Nürnberg leben zum Beispiel einige Fledermausarten, wie die Zwergfledermaus und der Abendsegler, die Mückenfledermaus und die Zweifarbfledermaus. Doch sie brauchen, wie auch verschiedene Vogelarten, Schutz. Vor allem die „Gebäudebrüter“ wie Schwalben, Mauersegler oder Hausrotschwanz und Greifvögel, wie Turmfalken, benötigen Nischen und Spalten, die sie bei alten Häusern finden. Bei Neubeuten wird es schwieriger. Eine wichtige Forderung von Mitgliedern des Bündnisses für Biodiversität ist daher, bei Sanierung und Wärmedämmung von Alt- und Neubauten eine Beratung zum Artenschutz anzubieten. Hinzu kommen insektenfreundliche Bepflanzung und Nahrungsquellen für Bienen und nicht zuletzt mehr Umweltbildung.

In Nürnberg gibt es bereits einige Projekte, wie „Biologische Vielfalt auf der Stadtmauer“, den „Langen Tag der StadtNatur“ oder das „Insektenreich im Marienbergpark“. Wer zum Beispiel eine Fledermausführung in Nürnberg machen möchte, kann sich hier informieren. Erlebnistage und Vorträge zum Thema Bienen und Imkerei, auch für Schulklassen, bieten auch die „Bienenhüter“ in Nürnberg an (Wer wissen will, wie ich mich beim Honigschleudern angestellt habe, kann das hier nachlesen).

Was kann der Bund tun?

Barbara Hendricks ist bereits aktiv geworden und hat das Handlungsprogramm des Umweltministeriums „Naturschutz-Offensive 2020“ vorgelegt, in dem es auch um „Grün in der Stadt“ geht. Die Offensive ist letztlich eine Priorisierung der rund 330 Ziele der bereits vor zehn Jahren beschlossenen „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“, um in den wichtigsten Bereichen schneller voranzukommen. Teil der Strategie ist auch das in der letzten Großen Koalition beschlossene „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“, das Projekte mit besonderer nationaler Bedeutung fördert. Hierzu standen letztes Jahr 18 Millionen Euro bereit. Ich nehme aber aus Nürnberg auch die Forderung mit, dass wir mehr Unterstützung für kleine Projekte brauchen, von der Umweltbildung bis zu konkreten Projekten.

Mehr Stadtgrün!

Gabriela Heinrich im GrünenGrünflächen steigern die Lebensqualität in der Stadt und verbessern das lokale Klima. Es ist deswegen gut, dass Barbara Hendricks die Städtebauförderung des Bundes um ein neues Programm ergänzt hat: „Zukunft Stadtgrün“. Noch besser ist, dass 600.000 Euro aus dem Programm in den Nürnberger Westen fließen.

Unterstützt werden Maßnahmen zur Verbesserung der grünen Infrastruktur. Vielleicht kann das Programm auch dabei helfen, die alten Bäume des Lederer-Biergartens zu erhalten. Oder dort eine öffentliche Grünfläche zu schaffen, wenn sie nicht mehr als Biergarten genutzt wird. Fest steht – wir brauchen mehr Grün in der Stadt und mehr biologische Vielfalt.

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